Stammbaum

der Familie

Plehwe und v. Plehwe

nebst geschichtlicher Einleitung

 


verfasst von

 

D. Dr. Carl Ludwig v. Plehwe

Kanzler im Königreich Preussen und

Oberlandesgerichts - Präsident  a.  D.

 

Ostpreussische Druckerei u. Verlagsanstalt A. G., Königsberg Pr.

 

 (eventuelle Fehler in Zeichensetzung und Grammatik sind vom Original übernommen,

Veränderungen und Zusätze sind rot markiert)

 

gekürzte Version

 

Einleitung.

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Der Ursprung und die älteste Geschichte der Familie Plehwe sind in Dunkel gehüllt. Nach der Tradition, die durch Menschenaltern und jedenfalls in mehreren Generationen festgehalten ist, soll ein Ritter v. d. Spren (es muss Spreu heißen, wie im handschriftlichen Manuskript. Polnisch: plew|a f (-y) Spelze f; ~y pl. Spreu f, Kaff n; ~ic (-e) s. plec.; Litauisch: ...) der erste Ahnherr gewesen sein. Dessen Nachkommen sollen zur Ordenszeit nach Polen ausgewandert sein und sich dort Plewa - das polnische Wort für Spren - genannt haben. Dann soll ein Mitglied dieser Familie zur Zeit Herzogs Albrecht zurückgekehrt, bei der Reformation von der katholischen zur evangelischen Konfession übergetreten sein und Dienst beim Herzog unter dem Namen Plewe, Plehwe und von Plehwe genommen haben.

Es ist dies bisher geschichtlich nicht beglaubigt. Der verstorbene Historiker Professor Lohmeyer hat festgestellt, dass in dem urkundlichen Verzeichnis der Ordensritter der Name Spren oder Plehwe nicht vorkommt. Es unterstützt aber die Tradition eine andere Feststellung der Königsberger Universitätsprofessor Werminghoff, nach der seit 1410 - Schlacht bei Tannenberg - über 200 deutsche Adelsgeschlechter polnische Namen und Wappen annahmen. Jedenfalls sind zur Ordenszeit nicht nur spätere Mitglieder des Preussischen Ritterordens, sondern auch verheiratete Edelleute vielfach aus Süddeutschland nach Preussen eingewandert und dauernd oder vorübergehend nach Polen übergesiedelt (In der ländlichen Umgebung von Stuttgart ist bis heute eine deutschlandweit einzigartige Anhäufung des Namens Spreu zu beobachten.). Es gewinnt danach diese Tradition an Wahrscheinlichkeit, so dass anzunehmen wäre, es würde wohl jener Ahnherr Spren ein süddeutscher nach Preussen eingewanderter Edelmann gewesen sein.

Der historisch beglaubigte erste Stammvater der weit verbreiteten Familie Plehwe bzw. von Plehwe (früher auch Plewe, Plewa bezeichnet) ist nun aber Heinrich Plehwe der Ältere.

Es hat der Archivrat Dr. Philippi auf Grund der Akten des Königlichen Staatsarchivs Königsberg folgendes bescheinigt:

„Heinrich Plehwe (Plewe) nimmt 8. Dezember 1685 den Hof Klein Wittgirren für drei aufeinander folgende Jahre für 500 Reichsthaler jährlich in Arrende.“[1]

Als dessen Söhne führt Philippi an: Heinrich (den Jüngeren) und dessen Bruder Adam.

Von Heinrich (dem Jüngeren) heisst es:

„er hat zirka 1697 Drutschen (im Amt Insterburg und "angerrappisch") zirka 4 Hufen in Arrende3 - behält sie und nimmt 30. Juli 1700 das Gut Ke(r)ppurlauken von den Dengelschen Erben für 12 Jahre in Pfandschaft für 7500 M.[2], kauft 31. März 1704 Drutschen für 3800 M. von Johann Christoff Rappe[3], ist jetzt Königlicher Burggraf und Arrendator des Königlichen3 Kammergutes(-amts)3 Jurgaitschen“

Von Philippi und ebenso pfarramtlich aus dem Kirchbuche der Tragheimer Kirche zu Königsberg ist bescheinigt, „dass dieser (Burggraf und Arrendator des Kammergutes Jurgaitschen) Arrendator der Abbelinischen und Hauswaldtschen Güter4 am 6. September 1698 (8. September 1699)[4] (siehe auch II. A. 1.) Jungfrau (Gertrud) Anna4 Becker, des Herrn Peter Becker, Diaconi Tragheimenis Tochter geheiratet hat“. Dieser Heinrich Plehwe (der Jüngere) ist nun Stammvater der bürgerlichen zahlreichen Familie Plehwe, wie sie der Stammbaum bis zur IX. Generation aufführt.

Adam Plehwe, der jüngere Bruder dieses Heinrich, ist also gleichfalls der Sohn Heinrich des Älteren und der Begründer der adligen Linie, die der Stammbaum im Gegensatz zur älteren bürgerlichen Linie A mit B bezeichnet, während der davon später getrennte russische Zweig im Stammbaum unter C aufgeführt wird.

Adam Plehwe hat als Herr von Pötzkehmen nach der Auskunft des Königsberger Archivs und nach Feststellung des Heroldamtes am 9. Januar 1712 bei der Nachlassregulierung nach Ernst Loebell (wohl von Loebell) sowohl dessen städtischen Besitz in Pillkallen wie die adligen Hufen, d. h. das Rittergut Dwarischken angenommen. Er war verheiratet mit Elisabeth Loebell (wohl von Loebell). Ob derselbe den Adel aus dem Besitz von Pötschkehmen herleitet, erklärt das Heroldamt nicht feststellen zu können, bemerkt aber ausdrücklich, dass sein Sohn - mein Urgrossvater Joachim von Plehwe in einem Immediatgesuch hervorhebt: er wäre doch der Sohn des Adam Plehwe. Dieser Adam nun wurde durch den Besitz des adligen Gutes Dwarischken Erb- und Gerichtsherr und trat gleichzeitig in den Lehnsnoxus der Familie Loebell durch die Heirat mit Elisabeth.

Laut Unterlagen des Heroldamtes, jetzt Hauptabteilung I des Geheimen Staatsarchives Berlin, sind folgende Feststellungen zu treffen13: Bis mindestens 1778 rechnet sich Joachim (III B 1) zum Bürgertum. Bis zu seinem Tode 1788 sind keine zeitgeschichtlichen Dokumente vorhanden, die ihn von Plehwe nennen. Übliche Schreibweise ist Plehw, selten Plew, Plehwe und Plewe. Erst 1777 (bis 1783) ist Joachim in den Vasallentabellen (Ostpr. Fol.) als Plehw(e) verzeichnet und 1779 ausgeführt, dass er „vorher Bürgerlicher in Pillkallen“ war. Im Zusammenhang mit Joachim tritt auch das Familienwappen erstmalig auf. Es zeigt „typisch bürgerlich“ in der oberen Hälfte rechts die Initialen JP, die nach links gespiegelt sind. (Ob der dargestellte Anker in Zusammenhang mit der Herkunft der Familie steht, ist unklar.) Erst die Söhne Joachims gehen zwischen 1790 und 1820 zur adeligen Schreibweise ihres Namens über. Die Dwarischker Grundakten zeigen, dass „die Adelsführung seit dem Jahre 1825 ganz allgemein und von da ab bis zur Gegenwart eine ununterbrochene“ ist. Die Genehmigung zur Aufnahme in das Adelige Taschenbuch als Adelsmatrikel erfolgte erst am 12. August 1941.[5]

Diese Elisabeth Loebel war Tochter eines bedeutenden seit Jahrhunderten weit verbreiteten Adelsgeschlechtes, das nach vorhandenen Urkunden in der Wallenrodtschen Bibliothek und der handschriftlich von mir verfasster Geschichte der Familie von Loebell (Loebell) aus Elsass eingewandert zu sein scheint. Im Archiv zu Königsberg wird das Original einer Lehnsurkunde aufbewahrt, von der ich Ausfertigung besitze. Danach hat unterm 17. Juli 1566 der Herzog Albrecht seinem lieben getreuen Burchard Loebeln und seiner sowohl wie seiner geliebten Ehegattin uns viel Jahre geleisteten treuen und „vleisigen“ Dienste willen eine grössere Herrschaft verliehen, zu der gehörten „das adlige Dwarischken, die späteren Rittergüter Nowischken und Kummetschen wie Berszeningken“, und zwar zu Lehnrecht - neben Verpflichtung zu Kriegs- und anderen Diensten - mit Gerichtsbarkeit, Jagdrecht, Wegerecht, Scharwerk und Berechtigung zur Entnahme von Holz aus den Staatsforsten. Die Elisabeth Loebell hat, nachdem ihr Gemahl Adam von Plehwe bald nach 1712 gestorben war, in zweiter Ehe den Kurlandschen Major Wloemer geheiratet, der mit der Familie Loebel verwandt war und mit ihr in Besitz der meisten, wenn nicht der ganzen an Burchard Loebel verliehenen Lehnsherrschaft gelangte.

In den Grundakten des jetzigen Amtsgerichts Pillkallen ist bescheinigt, dass Dwarischken wirklich zu adligen Rechten verliehen war.

auch mit Berszeningken, Kummetschen, Nowischken zusammen mit der Gerichtsbarkeit beliehen ist. vide previllegium d. a. 1566.

Es ergeben dies auch spätere Urkunden und Taxverhandlungen in den Dwarischker Grundakten, so dass mein Grossvater Joachim von Plehwe in der Immediateingabe vom 11. August 1783, die im Archiv erhalten ist, mit Recht gesagt hat es sie Dwarischken in una serie a primo acquivente in derselben Familie besessene; d. h. also seit 1566 von Burchard Loebell an, war Dwarischken im Besitze seiner Familie, ebenso auch von 1566 an in der Familie seiner Mutter Elisabeth Loebell und dann von etwa 1712 bis 1745 im Besitze der Familie Loebell-Wloemer, bis 1741 der Major Wloemer starb. Darauf wurden die Güter, für die nach der Verleihungsurkunde von 1566 männliche und weibliche Succession ins Lehn festgesetzt war, geteilt: Nowischken kam in die Linie Wloemer, Dwarischken aber kam am 10. Mai 1743 in den Besitz meines Urgrossvaters Joachim von Plehwe. 1741 erfolgt die Teilung des Besitzes ("Wloemersche Teilung", Inventaraufnahme Mai 1741). Der Schwiegersohn von Major Wloemer, Philipp Behm, erhält die Besitzungen in Pillkallen und das Dorf Dwarischken für 8150 Gulden. Nach seinem Tode verkauft die Wittwe Maria Dorothea selbiges am 10. Mai 1743 an Joachim Plehwe für den selben Preis.13 Von da an bis heute verblieb es - mit echt deutscher Zähigkeit festgehalten - in direkter Folge in der adligen Familie Plehwe. Mein Urgrossvater Joachim ist am 24. August 1729 nach der Universitätsmatrikel zu Königsberg immatrikuliert, ist während seines Studiums von seinem Stiefvater Wloemer unterhalten, Soldat geworden, hat die Schlacht von Hohenfriedberg mitgemacht, ist dort von seinem Könige Friedrich dem Grossen ausgezeichnet, war Ratsherr und Bürgermeister in Pillkallen und dann Kommandeur einer Landmiliz im 7jährigen Kriege unter Feldmarschall von Lehwald, der ihn persönlich leitete und ihm - dem Leutnant (später Capitain) von Plehwe eine Instruktion gab, die in der Bellona (vorhanden in der Bibliothek der 1. Division in Königsberg) abgedruckt ist. Sein ältester Sohn (IV. B. 2. des Stammbaums) ist als preussischer General 1807 gestorben. Sein vierter Sohn (IV. B. 5.) Ernst Georg, wurde, nach ausgewandert, der Stammvater der russischen adligen Linie von Plehwe (Abschnitt C. des Stammbaums). Das Original der Berichte Joachim von Plehwes über seine Leistungen als Führer der Landmiliz und die Berichte über ihn befinden sich im Königlichen Staatsarchiv in Königsberg. Mein Vater Carl Siegfried von Plehwe und seine Brüder, die Enkel Joachims und Söhne meines Grossvaters Otto Siegfried von Plehwes, des Herrn von Dwarischken, sind als Kinder einer bekannt älteren Adelsfamilie und adlige Junker in das Kadettenkorps aufgenommen. Der Stammbaum ergibt die Reihe der Nachkommen und die einzelne Generation nach der Reihe der Mitglieder geordnet von Generation I bis IX in allen 3 Linien.

Ich bin seit vielen Jahren, insbesondere seit 1912, seit meinem Übertritt in den Ruhestand, bestrebt gewesen, alles Material zu sammeln, das in Drucksachen und Schriften erhalten ist, die über die Vergangenheit der Familie Plehwe von ihrem ersten Erscheinen in Ostpreussen Auskunft geben. Das Ergebnis meiner Forschungen habe ich niedergelegt in folgenden Vorträgen, gehalten in den wissenschaftlichen Vereinen Prussia und Geschichtsverein für Ost- und Westpreussen: 1. Geschichte des Rittergutes Dwarischken; 2. Erinnerungen einer ostpreussischen Familie in der Franzosenzeit (Mission meines Vaters von 1812 als Überbringer der ersten Nachrichten über die Niederlage der Franzosen in Russland an König Fr. Wilhelm IV.) 3. Erlebnisse zweier alter ostpreussischer Familien (von Plehwe-Eckert) aus dem 7jährigen Kriege. - Für meine Familie habe ich geschrieben eine vollständige Vorgeschichte der Familie Plehwe, soweit ich sicheres Material hatte, und dann meinen eigenen Lebenslauf, verfasst auf Grund meiner von mir geführten Akten, den ich meinen Söhnen hinterlassen und bis zu meinem Ableben nicht hergeben will.

Werfe ich nun einen Blick auf die Vergangenheit der ganzen Familie, so finde ich, dass die bürgerliche Linie älter war, nach dem historisch nachweisbaren Stammvater Heinrich Plehwe dem Älteren, dass diese dem Staate eine Reihe bedeutender Männer geliefert hat, die Landwirte, Geschäftsleute, vielfach evangelische Pfarrer und Juristen waren. Aus der adligen Familie von Plehwe-Dwarischken sind hervorgegangen 4 preussiche Generale (Stammbaum B. IV. 2. - V. 3. und 10. - VI. 10 und der Kanzler im Königreich Preussen VI. 1. B.).

Die russische Linie hat dem neuen Vaterlande zwei hohe Beamten (Stammbaum VI. C. 42 und 43), einen Minister (VII. C. 59) und einen General als Armeeführer (VII. C. 56) gegeben.

Die Lebensgeschichte der ganzen Familie zeigt Licht und Schatten, wie dies einmal bestimmt ist in dem menschlichen Dasein. Neben vielfachen glänzenden Leistungen, neben Heldenmut im Kriege und Glaubensmut in Kämpfen ums Dasein stehen mehr oder weniger schwere Verfehlungen einzelner, verbunden mit Schwächen, die zu beklagen sind. Wenn ich mich aber bemühe, dem Charakter der ganzen Familie gerecht zu werden, so möchte ich ihn als durchgehend bezeichnen: Treue gegen König und Vaterland, eiserner Fleiss, Zähigkeit bis zum Starrsinn bei gesteckten Zielen, Festhalten an einmal gewonnenen Überzeugungen, sodann aber neben Gottvertrauen und Neigung zur orthodoxen Theologie im evangelisch-lutherischen Sinne bei vielen, auch andererseits völlig freies Denken auf politischem und religiösen Gebiete bei einzelnen.

Geschrieben K ö n i g s b e r g  i. Pr., den 10. Dezember 1916.

 

D. Dr. Carl Ludwig von Plehwe,

Kanzler im Königreich Preussen und Oberlandesgerichtspräsident a. D.

Wirklicher Geheimer Oberjustizrat.


Stammbaum

der bürgerlichen und adligen Familie Plehwe

Soweit urkundlich festgelegt und schriftlich niedergelegt – nach Generationen geordnet.

Römische Zahl I. usw. für die Generation – A. für bürgerliche Nachkommen – B. für

adlige Nachkommen – C. für adlige Nachkommen (russische Linie), für die einzelnen

arabische Zahl 1 usw., X Gatte, geb. = geboren, † gestorben, ? unbekannt.

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I. Generation.

 

Stammvater durch Königliches Staatsarchiv in Königsberg beglaubigt: Heinrich Plehwe (Plewe) der Ältere, geb. wahrscheinlich in den 1640er Jahren (Die aus den Ausführungen nicht ableitbare Wahl des Geburtsjahres um 1640 erklärt sich leicht, wenn die zusätzlichen Informationen zur II. Generation berücksichtigt werden.), war am 8. Dezember 1685 Herr in Hof Klein1 Wittgirren (Bild/Nachkrieg). Der im Juni 1658 als Lieutenant der 3. Compagnie des 80. Regiment zu Pferde "von Polenz" erwähnte Heinrich Plehwe[6] könnte mit Heinrich Plehwe d.Ä. identisch sein.

 

II. Generation.

 

A. Bürgerliche Linie.

 

1.   Heinrich Plehwe der Jüngere, geb. um 1660, 16994 Arrendator der Hauswaldt- und Abellinischen (Bild/Nachkrieg) Güter (dann) ab 1697 Arrendator in, ab 1704 Besitzer von3 Drutschen, zuletzt (um 1703/04)3,7 Burggraf und Arrendator3,7 in Jurgaitschen (Bild/Nachkrieg), (Ob es sich hier um eine Person handelt, ist zu prüfen. Adam Gottfried ist aber sowohl 1703 Sohn von Heinrich, Arrendator zu Jurgaitschen[7], als auch 1698 wohnhaft in Abelinen12, somit aber wohl nicht Bruder sondern eher Sohn von Heinrich d.J. Der Stammbaum in der alten Verion ist nur sinnvoll, falls Heinrich d.Ä. um 1698 zusammen mit Adam Gottfried in Abelienen bei seinem Sohn Heinrich d.J. gewohnt und gerade zwischen Oktober 1703 und März 1704 den Titel Burggraf von Jurgaitschen an ihn weitergegeben oder vererbt hat. Dass Adam Gottfried 1698 bei seinem Bruder und nicht bei seinem Vater wohnte, ist eher unwahrscheinlich. Weiterhin fällt der große Altersunterschied zwischen Heinrich d.J. und Adam Gottfried auf. Das Geburtsjahr Adam Gottfrieds liegt kurz nach 1680, unter Berücksichtigung seiner Immatrikulation an der Albertina und dem Fakt, dass er 1703 noch unselbstständig ist. Zu dieser Zeit war Heinrich d.J. schon Arrendator.)

X um 1680 in I. Ehe mit ?

X am 8. September 1699 in II. Ehe laut Attest der Tragheimer Kirche in Königsberg mit Gertrud Becher, Tochter des Diakonus Peter Becker, † (1709) 31.8.1711[8].

2.   Adam Gottfried Plehwe, Herr in Pötschkehmen (Bild/Nachkrieg), Stammvater der:

 

B. Adligen Linie.

 

Adam Gottfried Plehwe, dann von Plehwe, (I. Ehe von Heinrich Plehwe d.J.), Herr in Pötschkehmen,  geb. (?) 16705 (wohl eher nach 1680), 1698 Student der Albertina12 (bis mind. 1703)7, † um 1712 an der Pest, Erb- und Gerichtsherr in Dwarischken (Bilder/19, Jh., Vor- und Nachkrieg), angesessener Besitzer in Stadt Pillkallen (Bild/Nachkrieg), dabei adlig als Gutsherr,

X 17088 mit Elisabeth Loebel ( von Loebel ), jüngsten Tochter des Ernst Siegfried Loebel (von Loebel), geb. um 1690; war 1708 unvermählt, heiratete nach 1712 den Major Wloemer,  10. September[9] 1748.

 

 

III. Generation.

 

A. Bürgerliche Linie.

 

1.   Heinrich Günther Plehwe (I. Ehe), geb. 19. April 168013 in Jurgaitschen (?), 1698 Student der Albertina12, Präcenter in Ballethen (Bild/Nachkrieg), ab 1710 Pfarrer in Pillupönen[10] (Bild/Nachkrieg), ab 1727 Pfarrer in Kattenau[11] (Bild/Nachkrieg), hat 1742 Ehefrau und teils unerzogene Kinder, † 7. Februar 1751 in Kattenau13 (Sowohl die Unklarheit über den Geburtsort als auch der Wohnort von 1698 bei Insterburg und nicht in Abellinen, machen die Position als Bruder von Adam Gottfried und Daniel Gotthardt eher unwahrscheinlich. Er gehört aber sicherlich der näheren Verwandschaft an.)

        

2.   Daniel Gotthardt Plehwe (II. Ehe), geb. um 1700 in Jurgaitschen bei Insterburg8, 1718 Student der Albertina12, Rektor in Dt.-Eylau, im August 1727 Pfarrer in Rauschken, Gruben bei Gilgenburg, 1732 Pfarrer in Locken und Langgut bei Osterode, 1747 bis 1749 in Mohrungen12, † 19. Mai 1761 in Locken8,

X mit Dorothea.

 

B. Adlige Linie.

 

Nachkommen nach Adam Plehwe (dann von Plehwe). II. B.

1.   Joachim von Plehwe, geb um 1712 in Dwarischken5, Erb- und Gerichtsherr von Dwarischken, 1729 Student der Albertina[12], 1724 (wohl 1734) bis 1735 und 1745 bis 1753 Rathsverwandter in Pillkallen, 1753-1758[13] Bürgermeister in Pillkallen, 1743 Wachtmeister in Pillkallen[14], Lieutenant (Kgl. preuß.5 Capitain) der Landmiliz im Schlesischen (7jährigen) Kriege, † 23. April Februar5 1788 in Dwarischken,

X mit Anne Marie Rasch, geb. 1725, heiratet den 29. November 1742 in Pillkallen8, † 4. Juni 1779 in Dwarischken8, 5.

2.   Barbara Anna, verehelicht, geb. ?, † ?,

X mit Tautsch (Jantsch?)13, Kaufmann in Pröculs und Königsberg, geb. ?, † ?.                                                        

IV. Generation.

 

A. Bürgerliche Linie.

 

Nachkommen nach Daniel Gotthardt Plehwe III. A.

1.   Jacob Heinrich Plehwe, geb. 27. Juli 1727 in Rauschken8, 1744 Student der Albertina12, 1756 Kantor in Saalfeld, 1758 Prediger in Wilna (Russisch-Littauen), 1767 Pfarrer in Belschwitz, 1773 Pfarrer in Schnellwalde, 1775 bis 177916 Pfarrer in Bischofswerder, 1786 Erzpriester in Bischofwerder, † 13. Februar 1800.

2.   Simon Peter Plehwe, geb 5. August 1730, Student 1747 an der Albertina12, Dr. med., Königlich Polnischer Hofrat, zuletzt Rittergutsbesitzer in Lölken und Cörnen mit den Bauerndörfern Schlawitten und Pilzen, bei Pr.-Eylau, † 2. Juli 1800, begraben auf dem Kirchhof Kl.-Dexen. (Bericht)

3.   Johann Julius Imanuel Gottwerth Plehwe, geb. in Rauschken8, 1749 Student an der Albertina12, 1759 bis 1761[15] Pfarrer in Losendorf, 1767 Pfarrer in Gr.-Lesewitz, † 11. November 1795.

4.   Dorothea Gerdrud Plehwe.

5.   Daniel Gotthardt Plehwe, geb, 1735, getauft 19. Oktober 1735, Generalpächter (1781 Arrendator)16 verschiedener Güter, zuletzt Cörnen, Kreis Pr-Eylau, † um 1792 in Lölken, begraben auf dem Kirchhof Kl.-Dexen.

X in I. Ehe mit Marie Elisabeth Schwidder, Tochter des Pfarrers und Erzpriesters George Schwidder in Liebemühl,

X  in II. Ehe mit Marie Ernestine Johannsen.

6.   David Gotthold Plehwe, geb. 1738, Tuchhändler in Königsberg, dann in der Schimmelpfennigschen Tabakfabrik, Kaufmann (Königsberg, Altstadt, 1777-1792)16,

X mit (Friederike Amalie)8 (Friderica Albertina)[16] Fraisinet, geb. 1758, † 23. Juli 1799 in Königsberg8.

7.   Tabea Susanne Plehwe, geb. 1739.

8.   Beate Rebecca Plehwe, geb. 1743.

9.   Christian Gotthilf Plehwe, geb. 1745, Leinwandhändler in Königsberg, †1769.                     

10. Juliane Elisabeth Plehwe, geb. 27. Oktober 1746.

11. Johann Heinrich Plehwe, aus Locken, wurde 1759 wegen nächtigen Schwärmens und Ausschweifung mit 8 Tagen ... bestraft und flüchtete8. (Position kann kaum IV. A. 11 sein, sonst wäre er höchstens 13 Jahre alt)

 

B. Adlige Linie.

 

Nachkommen von Joachim von Plehwe. III. B. 1.

1.   Elisabeth Christine, geb. 14. Oktober 1743 in Pillkallen, † um 1788.

X Carl Gottlieb Lengning, geb. ?, † ?, Bürgermeister in Pillkallen, seit etwa 1760, als Nachfolger seines Schwiegervaters Joachim von Plehwe. III. B. I.

2.   Carl Bernhard von Plehwe (als Offizier adlig)13, geb. in Pillkallen 23. September 1744, adoptiert am 25. Januar 17745 von General Hans Christoph von Rosenbusch, † als Kgl. preuß.5 Generalmajor am 15. April 1807 in Crailsheim in Bayern (Husar pour le mérite). (Biographie vorhanden)

X Witwe von Kropf, Friedericke Louise, geb. Cranz, heiratete ihn 26. Juli 1799, war geb. 22. Januar 1770 als Tochter des preussischen Kammerdirektors Ludwig Johann Heinrich Cranz und der Marianne Katharina Margarethe geb. Funck, heiratet in III. Ehe am 14. April 1811 den Oberst Ferdinand von Theobald. Ihre Ehe mit Plehwe kinderlos.

3.   Otto Siegfried von Plehwe (bis 1803 bürgerlich, ab 1805 adlig)13, geb. 29. August September5 1748 in Pillkallen (Mutter: Catharina)14, † am 18. März 1810 in Dwarischken, als Rittergutsbesitzer (seit 28. Mai 1783)13, Erb- und Gerichtsherr. (Bild)

X am 8. Februar 1789 in Schirwindt8, 5 in I. Ehe Catharine Caroline Heinz, geb. 15. Oktober 1770, † 28. Oktober 1804 in Dwarischken8, 5,

X am 2. Februar 18058  in II. Ehe Esther Christiane Heinz, geb. 25. April 1780, † 3. Juni 1866. (Bild)

4.   Reinhold Heinrich von Plehwe, geb. 19. Oktober 1750, † um 1797. (1778 bis 1796 nicht in Vasallen-Tabellen, wahrscheinlich bei Kämpfen im Osten verschollen)[17]

5.   Ernst Albrecht von Plehwe, geb. vor 1754 (1754, 1752)8, 5, † um 1790, Stammvater der russischen Linie, verheiratet, Frau unbekannt.

6.   Eva Dorothea von Plehwe, geb. 30. Januar 1754, † ?.

X Gutsbesitzer Bauer, geb. ?, † ?, verlautbarte am 5. Mai 1815 einen Vertrag vor Justizkommissar und Notar Behr in Tilsit.

7.   Marianne Charlotte von Plehwe, geb. 29. Dezember 1757, † ?,

X Rossarzt Strunz, geb. ?, † ?.

 

V. Generation.

 

A. Bürgerliche Linie.

 

Nachkommen von Daniel Gotthardt Plehwe. IV. A. 5. (2 Ehen).

1.   Johanna Charlotte Plehwe (2 Ehen),

X mit Justiz- und Polizeibürgermeister David Bernhard8 Settegast in Sensburg.

2.   George Friedrich Plehwe (I. Ehe), Amtsschreiber in Liesken.

3.   Johann Gotthardt Plehwe (I. Ehe), geb. 20. Juni 1776 in Gross Schwansfeld8, 1795 Student an der Albertina12, dann Rektor in Pr. Holland, 1809 in Trunz, ab 18128 Pfarrer in Pomehrendorf, † 1839 in Pomehrendorf, Kreis Elbing[18].

X Eleonora Friederica Schroeter18

4.   Simon Gottwerth Plehwe (I. Ehe), geb. 27. November 1777 in Gross Schwansfeld8, Student 1797 an der Albertina12, 18108 Pfarrer in Lenzen und Dörbeck Westpr., † am 4. Januar 1841,

X in I. Ehe am 15 März 1814 in Lenzen mit Elisabeth Buchholz, geb. 1783 oder 1786, † 24. Februar 1818,

X in II. Ehe am 9. November 1820 mit Wilhelmine Florentine Schröter, Tochter des Predigers George Daniel Schröter in Neuheide, geb. 1782, † 20. Mai 1824.

5.   Jacob Heinrich Plehwe (I. Ehe), geb. 30. Juni 1779 in Gross-Schwansfeld[19], 1801 Student an der Albertina12, Justiz-Aktuar in Mehlauken, Stadtrichter in Tapiau, † 10. April 1856 in Wormditt,

X am 5. Juli 1815 mit Elisabeth Juliane Stritzel, Tochter des Kämmereibeamten Carl Philip Stritzel, geb. 24. Februar 1788 zu Ottenhagen, † 19. April 1881 zu Königsberg.

6.   Ernst Plehwe (II. Ehe).

7.   Marie Plehwe (II. Ehe).

8.   Eleonore Plehwe (II. Ehe).

9.   Christian Plehwe (II. Ehe), Gärtner[20] (Zuordnung fraglich, da auch „Plewe“)

X mit ?.

10. Ferdinand Plehwe (II. Ehe).

Nachkommen von David Gotthold Plehwe. IV. A. 6. )16

11. Jacob Gotthold Plehwe, geb. 1777 in Königsberg, Altstadt, 1793 Student der Albertina12

12. Carl Simon Plehwe, geb. 1779 in Königsberg, Altstadt

13. Johann Daniel Plehwe, geb. 1781 in Königsberg, Altstadt, wohl: 1815 als Daniel Plehwe, Handlungsgehilfe in Pr. Holland

14. Peter Gotthilf Plehwe, geb. 1784 in Königsberg, Altstadt

15. David Adolff Plehwe, geb. 1785 in Königsberg, Altstadt, † 1813 in Königsberg, Altstadt, Leinwandhändler in Königsberg, Altstadt

16. Anton Wilhelm Plehwe, geb. 1790 in Königsberg, Altstadt

17. Ludwig Gottlieb Plehwe, geb. 1792 in Königsberg, Altstadt

 

B. Adlige Linie.

 

Nachkommen nach Otto Siegfried von Plehwe-Dwarischken. IV. B. 3.

 

Kinder I. Ehe.

1.   Carl Siegfried von Plehwe (1790 bürgerlich, 1819 adlig)13, geb. 2. Oktober 1790 in Dwarischken8, 5, † 19. Januar 1879 in Dwarischken5 als Erb- und Gerichtsherr, Rittergutsbesitzer, ehem. Mitglied des preuß. Abgeordneten-Hauses, Kgl. preuß.5 Rittmeister a. D., in Dwarischken, Offizier der Leib-Garde-Husaren, (Bild, Biographie, weiterer Biographie vorhanden)

X Dezember 18308, 5 Amalie Concordia Eckert, geb. 15. Dezember 1802 in der Oberförsterei Schlappacken, Krs. Insterburg5, † 1. Februar 1882 in Dwarischken. (Bild)

2.   Friedrich Adolf von Plehwe, geb. 19. August 1791 in Dwarischken8, † 7. Oktober 1866 in Berlin8 als Kgl. preuß.8 Major a. D., (Testament vorhanden)

X I. Ehe 1825 mit8 Ernestine von Lepel, geb. 2. Januar 1801, † 9. September 1828,

X II. Ehe am 31. Juli 1834 mit Charlotte von Laer, verw. von Plehwe (Leopold, V. B. 6), geb. 22. September 1801, † 1. Januar 1848 in Bielefeld8.

3.   Bernhard Joachim von Plehwe, geb. 23. Oktober 1792 in Dwarischken, Begründer des Krankenhauses der Barmherzigkeit und der Königshalle in Königsberg i.Pr., Ehrenbürger von Treptow a.d. Rega8, (gefallen im Duell) 15. Februar 1858 in Königsberg i.Pr.8 als Kgl. preuß.5 Generalleutnant a. D. in Königsberg i. Pr., (Bilder, Berichte, Biographie vorhanden)

X am 26. Juli 1816 in Neubrandenburg mit5 Georgine Krueger, geb. 19. 17.5 April 1794 in Neubrandenburg5, † 1. 11.5 November 1866.

3a. Georgina von Plehwe, geb. 19. April 1793, † 1. November 1866 in Berlin5.

4.   Johann (Hans) Rudolf von Plehwe, geb. 6. Juni 1794 in Dwa