Tipps zur Ahnenforschung in Ostpreußen

 

Textfeld: Seiten-Übersicht

Die Kirchen im Samland
Ortsfamilienbuch Kaimen, Kreis Labiau
Aktuelle Bilder aus dem Kirchspiel Kaimen
Historische Bilder aus dem Kirchspiel Kaimen
Das virtuelle Standesamt Kaimen
Ortsfamilienbuch Groß Legitten, Kreis Labiau
Ortsfamilienbuch Schönwalde, Kreis Königsberg-Land
Ortsfamilienbuch Arnau, Kreis Königsberg-Land
Ortsfamilienbuch Heiligenwalde, Kreis Königsberg-Land

Allgemeine Informationen
Tipps zur Ahnenforschung
Tipps für Reisen ins nördliche Ostpreußen
Tipps zur Erstellung von Ortsfamilienbüchern
Ortsfamilienbücher zu Ostpreußen

Namensforschung Plew, Plewe, Plehwe, von Plehwe
„Mein“ Stammbaum
Stammbaum der Familie Plehwe und von Plehwe
Der Hof Dwarischken im Besitz der Familie von Plehwe
Historische Dokumente

Die Suche nach den eigenen Vorfahren (Ahnensuche, Familienforschung) beschäftigt seit einiger Zeit vermehrt die Gemüter. Trotz vieler Internetseiten, die Hinweise und Tipps zur Verfügung stellen, ist das Wissen um die Vorgehensweise und die verfügbaren Quellen zum Teil gering. Aus diesem Grunde versuche ich im Folgenden eine Übersicht zu allen relevanten Punkten der Ahnensuche, speziell in Ostpreußen zu geben. Folgen Sie bitte auch den Links (unterstrichene Wörter) für weitere Informationen.

 

Erste Schritte im privaten Umfeld

Wenn Sie sich ernsthaft mit dem Gedanken tragen, einen Stammbaum zu erstellen, ist es wichtig, zuerst alle Informationen zusammenzutragen, die in Ihrer Familie und bei nahen Verwandten zu finden sein könnten. Bis zu Großeltern sollten die Daten zu Geburtstagen, Hochzeiten und Todesfällen so recht einfach zu erhalten sein. In fast jeder Familie findet sich ein „Buch der Familie“ aus den dreißiger und vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Dort sind die familienbezogenen Daten zurück bis ca. 1900 enthalten, auch mit Angaben zu Ortschaften. Denn wichtiger als genaue Datumsangaben sind die Angaben zu Orten, Standesämtern und Kirchengemeinden. Wenn sie eine Spanne von +/- 5 Jahren zum suchen haben, ist das problemlos zu bewältigen. Aber ohne einen Ort haben sie keine Chancen.

 

In vielen Familienbüchern sind auch Angaben enthalten, die bis in die Mitte des 19 Jh. zurückreichen. Diese Daten haben aber keinen Primärquellen-Charakter, sind also nicht amtlich. Sie sollten überprüft werden, soweit noch Primärquellen vorhanden sind.

 

Gelegentlich sind Ahnenpässe oder ganze Stammbäume, die vermehrt im 3. Reich erstellt wurden, erhalten geblieben. Auch diese sollte man im Einzelnen an den Primärquellen prüfen.

 

Amtliche und Kirchliche Angaben in Familienbüchern und Ahnenpässen haben Primärquellencharakter. Alle weiteren Unterlagen sollte man, falls noch möglich, extern überprüfen.

 

Primär- und Sekundärquellen

Entgegen einer verbreiteten Meinung ist durch den 2. Weltkrieg weniger familiengeschichtlich relevantes Material zerstört worden, als man annehmen könnte. Viele Archive und Archivmaterialen aus Ostpreußen sind heute in Deutschland als Original oder verfilmte Kopie zugänglich oder liegen in polnischen oder russischen Archiven.

 

Kreisvertretungen

Für die Zeit kurz vor dem Ende des letzten Krieges sind die Kreisvertretungen der ehemaligen ostpreußischen Kreise ein sehr guter Ansprechpartner. Diese haben nach dem Krieg in vielen Fällen Listen von ehemaligen Bewohnern erstellt oder habe noch bis heute Kontakte zu diesen. Internetadressen haben z.B. Kreis Fischhausen, Kreis Wehlau, Kreis Labiau und zur Stadt Königsberg. Viele weitere Kreise sind ebenfalls vertreten oder sind auf dem Postwege zu erreichen.

 

Nach dem letzten Krieg wurden Einwohnerlisten erstellt, die die Bevölkerung zu Beginn 1945 widerspiegeln. Für den Landkreis Samland werden diese Daten zur Zeit zusammengefasst.

 

Adressbücher / Einwohnerbücher

Für größere Städte werden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Einwohnerbücher, Adressbücher oder Einwohneradressbücher geführt. Für Landkreise ist dies seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts verstärkt durchgeführt worden. Die Bücher umfassen das Haupt der Familie (meist der Vater) und Angaben zur Adresse (Straße, Hausnummer) oder der Ortschaft. Während in den Städten jährliche Listungen durchgeführt wurden, sind zu Landgemeinden meist nur ein oder zwei Jahre vor 1945 vorhanden. In Königsberg sind von ca. 1850 bis 1944 alle Adressbücher erhalten. Für Ostpreußen sind für die meisten Kreise entsprechende Bücher erhalten.

 

Vollständig einzusehen sind die Bücher für das Gebiet Ostpreußen mindestens in den staatlichen Bibliotheken von Berlin (Unter den Linden und Potsdamer Platz). Je weiter man sich von Brandenburg entfernt, umso seltener werden diese Bücher in Bibliotheken geführt.

 

Für Königsberg existiert im Internet ein Service, über den man kostenlos aus dem Einwohnerbuch 1941 Eintragungen erhalten kann.

 

Volkszählung

Im Jahre 1939 wurde eine detaillierte Volkszählung durchgeführt, deren Daten, nach Regionen und Ortschaften sortiert vorliegen. Die Daten der Volkszählung (Ergänzungskarte II) sind digitalisiert und befinden sich im Bundesarchiv Berlin. Leider sind nur noch die Unterlagen zu jüdischen Bürgern erhalten. Unterlagen zu früheren Volkszählungen sind nicht überliefert.

 

Standesämter

Seit der Einführung von Standesämtern in Preußen 1874, werden Geburten, Hochzeiten und Todesfälle per Gesetz dort erfasst. Erst seitdem ist die Schreibweise des Familiennamens streng festgelegt. Davor sind z.B. Möller, Müller und Miller oder Steincke, Stenke, Stehncke im Prinzip identisch.

 

Alle Standesamtsunterlagen in Deutschland, die aus Ostpreußen gerettet werden konnten, liegen heute im Standesamt Nr. 1 in Berlin. Eine Zusammenstellung zu den Unterlagen zu Samland finden sie hier. Zweitschriften vor 1874 sind im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin und im Evangelischen Zentralarchiv Berlin erhalten. Da für Ostpreußen nur wenige Unterlagen aus Standesämtern vorliegen, ist die Zeit zwischen 1874 und 1945 meist nicht mit Primärquellen belegt und muss anderweitig überbrückt werden. Es hat aber den Anschein, dass zur Zeit durch die LDS-Kirche (Mormonen) Verfilmungen von Standesamtsunterlagen von statten gehen, die sich in russischem Besitz befinden. Diese ermutigende Aktion könnte helfen, viele Unterlagen zwischen 1820 und 1945 wieder zugänglich zu machen. Eine glaubwürdige Bestätigung dafür liegt mir aber noch nicht vor.

 

Das Standesamt Nr. 1 erteilt auf schriftliche Anfragen Auskünfte, falls diese zu eng mit Ihnen verwandten Personen erbeten werden. Ein Bestandsverzeichnis kann in jedem Standesamt eingesehen werden. Die Angabe des gesuchten Standesamtes und eines Datums (oder Jahres) sind nötig. Die Bearbeitungszeit beträgt ca. ein halbes Jahr. Für Ostpreußen liegen verhältnismäßig wenige Unterlagen vor. Die Standesämter Königsberg I - III sind offenbar stark vertreten. Mit Lücken von mehreren Monaten muss aber gerechnet werden.

Dazu kommen einige Vororte Königsbergs. Aus dem Samland selbst ist fast nichts vertreten. Zum restlichen Ostpreußen ist festzustellen, dass die wenigen Bestände scheinbar wahllos aus den ehemaligen Kreisen in Berlin vorliegen. Daten zu Standesamstunterlagen finden Sie hier.

 

Standesamtsunterlagen sind offizielle staatliche Quellen und meist in Maschinenschrift oder guter Handschrift in Vordrucken abgefasst. Sie sind vollständig, d.h. jede Geburt, Hochzeit oder Beerdigung im Bereich des StA ist vermerkt. Bei Einträgen, die nach Ostpreußen verweisen, ist die Schreibweise der Ortsnamen nicht immer korrekt, u.a. da z.B. im Osten Deutschlands die Geschichtsschreibung erst 1945 „begann“ und mein Vater so in einigen Dokumenten in Groß Galblitz / UdSSR und nicht in Groß Galblick / Krs. Lötzen geboren wurde. Anmerkung: Ich besitze einen Ortsplan mit den zugehörigen Einwohnen von Groß Gablick.

 

Die Standesamtsunterlagen verweisen alle auf die Herkunft der genannten Personen, so bei Geburten auf die Eltern, bei Hochzeiten auf die jeweiligen Geburten und bei Todesfällen ebenfalls auf die Geburt sowie auf den Ehegatten, was eine zielsichere Recherche erlaubt.

 

Die Zweitschriften der Kirchenbücher lagerten üblicherweise in den zuständigen Amtsgerichten.

 

Kirchenbücher

Seit der Reformation werden in den einzelnen Gemeinden Kirchenbücher geführt. Im evangelischen Ostpreußen wurde dieser Prozess verzögert, so dass sie ersten Kirchenbücher um 1580 beginnen. Durch die Einwirkung von Kriegen (vor allem 1. Weltkrieg) und durch die Jahrhunderte hindurch sind viele Kirchenbücher vernichtet worden. Mit Herannahen der Ostfront wurden im 2 Weltkrieg viele Kirchenbücher gesammelt und zentral in Mitteldeutschland gelagert. Leider hat ein Feuer in diesem Lager großen Schaden angerichtet. Glücklicherweise sind in Ostpreußen in den dreißiger Jahren großflächige Verfilmungen der Kirchenbücher durchgeführt worden. Die Verfilmungen beginnen mit den ältesten Büchern und enden vielfach 1874. Oft wurde die Verfilmung aber schon früher (um 1810) beendet, da die Zweitschriften für Standesämter dort begannen. (Zweitschriften wurden ab ca. 1800 von den Kirchen angefertigt und in den zuständigen Amtsgerichten hinterlegt). Durch diese Herangehensweise fehlen heute vielfach die Bestände zwischen 1820 und 1945, was eine tiefer gehende Ahnenforschung fast unmöglich macht. Diese Mikrofilme sind quasi vollständig erhalten. Im nördlichen, russischen Teil sind heute keine Bestände bekannt. Im südlichen, polnischen Teil sind die Kirchbücher zentral in den Kreisarchiven gesammelt worden, da es dort nur mehr katholische, aber kaum noch evangelische Gemeinden gibt. Ein persönlicher Besuch in Polen kann Ihnen Einsicht bringen, rudimentäre Kenntnisse der polnischen Sprache oder zufällig Deutsch sprechende Einheimische vorausgesetzt.

 

Die Kirchenbücher können im Evangelischen Zentralarchiv Berlin, im Sächsischen Staatsarchiv Leipzig (Ehemalige Deutsche Zentralstelle für Genealogie) oder in jeder Niederlassung der LDS-Kirche eingesehen werden. Die Bestandsverzeichnisse liegen vor Ort aus und sind zum Teil käuflich zu erwerben. Die Internet-Seite der LDS-Kirche bietet eine fast erschöpfende Übersicht der noch vorhandenen Kirchenbücher.

 

Die Kirchenbuchunterlagen sind offizielle kirchliche Quellen. Ihre Inhalte sind aber, je älter die Unterlagen werden, immer uneinheitlicher. Neuere Kirchenbücher ähneln den Standesamtsunterlagen und enthalten zusätzliche Informationen, wie z.B. die Taufzeugen. Ältere Einträge verlieren an Genauigkeit, was die Nennung und Schreibweise der Vor- und Zunamen sowie die Herkunft und Alter der Betroffenen angeht. So kann zur Beerdigung z.B. nur „ein Kindchen aus Puschdorf“ stehen. Auf der anderen Seite entwickelten Pfarrer die Tendenz, längere Passagen zu sonderbaren Gegebenheiten, z.B. seltsame Todesfälle, zu schreiben, die das Leben der Ahnen etwas plastischer erscheinen lassen können. Im Preußen unter Friedrich dem Großen wurden 1765 die Kirchenbücher per Gesetz stark aneinander angeglichen und deren Inhalte normiert und im Gegensatz zu früheren Gepflogenheiten erweitert.

 

Im Gegensatz zu Standesamtunterlagen enthalten die Kirchenbücher kaum Hinweise, die in die Vergangenheit der Personen weisen. Oft sind diese nur bei Hochzeiten durch einen Verweis auf die Namen der Eltern gegeben. Man kann somit nicht immer schlüssig weiter in die Vergangenheit vordringen und muss Verwandtschaften vielfach aus „Mangel anderer Möglichkeiten“ folgern.

 

Beim Umgang mit Kirchenbüchern sind vielerlei Dinge zu beachten. So ist prinzipiell mit fehlenden, falschen und missverständlichen Informationen zu rechnen. Die z.T. schlecht lesbaren Handschriften tun ein Übriges. Um eine gewisse Sicherheit zu haben, dass die Stammbaumerstellung richtig ist, müssten die Kirchenbücher eigentlich vollständig durchgesehen werden. Auf der Suche nach einer Geburt aufzuhören, wenn man einen Eintrag mit richtigen Vor- und Nachnamen gefunden hat, ist unseriös, denn bei der geringen Anzahl an verwendeten Vornamen ist die Möglichkeit groß, dass ein paar Jahre zuvor ein Kind mit selbem Namen getauft wurde.

 

Archive

Das Staatsarchiv Königsberg konnte in seinen älteren Beständen fast vollständig gerettet werden. Es befindet sich jetzt in Berlin, als Teil des Geheimen Staatsarchives Preußischer Kulturbesitz. Dort ist ein fast unerschöpflicher Aktenbestand vom Beginn der Eroberung Preußens durch den Deutschen Orden versammelt. Leider ist er aber auch nur schwer durchschaubar. Wichtige Sekundärquellen sind hier Urkundenbücher, Bestandsverzeichnisse und Sonderschriften verschiedener Vereine. Einige der Unterlagen wurden von der LDS-Kirche verfilmt.

 

Als Ergänzung zu Kirchenbüchern, als wichtige Quelle vor dem Beginn der Kirchenbücher oder aber als einzige Quelle, falls Kirchenbücher nicht mehr erhalten sind, sind die Bestände unerlässlich.

 

Weitere Archive sind durchaus ebenfalls noch erhalten. So soll sich Archiv der Universität Königsberg in Allenstein befinden. Anfragen dorthin können in deutscher Sprache verfasst werden. Die Antworten sind leider polnisch.

 

Das als wichtigstes Archiv für Ostpreußen genannte Geheime Staatsarchiv PK in Berlin ist keineswegs geheim. Quasi alle Bestände dürfen im Original eingesehen werden. Das Königsberger Archiv gehört zur Hauptabteilung XX. Familienkundlich besonders wichtig sind dort die Prästationstabellen und Mühlenlisten (Einwohner- und Grundbesitzlisten, beginnend ca. 1740) [HA XX, PT], die Unterlagen des Etatministeriums (nach Regionen geordnete Sammlung von Unterlagen, beginnend vor 1600) [HA XX, EM] und Handvesten- und Hausbücher (Gründungsurkunden der einzelnen Ortschaften, inkl. Nennung der ersten Besitzer, beginnend mit der Besiedelung Preußens) [HA XX, Ostpreußische Folianten].

 

Wenn Sie im Lesesaal früh Ihre Wünsche abgeben, erhalten Sie frühestens am Nachmittag die Unterlagen. Es empfiehlt sich also, mehrere Tage für einen Besuch einzuplanen.

 

Die polnischen Archive öffnen sich verstärkt auch über das Internet. In den online-Datenbanken sind viele alte deutsche Unterlagen zu finden. Schauen Sie hier, hier und hier und tippen Sie jeweils den DEUTSCHEN Namen, aber auch den polnischen Namen des gesuchten Ortes ein. Grundbücher, Kirchenbücher, Standesamtsunterlagen und viele weitere Einzelfunde sind hier versammelt.

 

Russische Archive sind eher unzugänglich. Das Kaliningrader Staatsarchiv ist sicherlich keine Hilfe. Die Deutsche Botschaft in Moskau teilt mit, dass im nördlichen Ostpreußen keine personenbezogenen Unterlagen aus der Zeit vor 1946 in den dortigen Archiven vorhanden sind. Das Moskauer Sonderarchiv hat zumindest offiziell deutsche Unterlagen.

 

Sekundärquellen

Seit der Zeit vor dem letzten Krieg haben sich Einzelpersonen und Vereine damit beschäftigt, handschriftliche Originale vornehmlich aus dem 17. bis 19. Jahrhundert in Maschinenschrift zu übertragen und zu bearbeiten. Dies betrifft vor allem Quellenmaterial, das eine Vielzahl an personenbezogenen Daten enthält. So entstanden Kopien von Prästationstabellen, Kirchenbüchern, Einwohnerlisten und Steuerunterlagen. Einige davon sind als Buch erschienen, meist aber wegen kleiner Auflage längst vergriffen. Aktuelle Tendenzen gehen dahin, gedruckte Werke des 20. Jahrhunderts per Computer zu erfassen oder einzuscannen, um sie auch im Internet zu veröffentlichen.

 

Besonders erwähnenswert ist das Projekt, die Unterlagen zur Türkensteuer (um 1540) in einer mehrbändigen Buchreihe zu veröffentlichen. Bis auf die (drei Städte) Königsberg ist dort bis auf wenige andere Lücken die männliche erwachsene Gesamtbevölkerung repräsentiert.

 

Landkarten / Ortsnamen

Die Region Ostpreußens ist heute durch polnische und russische Landkarten abgedeckt, in beiden Fällen nur mit aktuellen Namen, wobei es Polen überwiegend zu Übersetzungen und Übertragungen der deutschen Namen kam. In Russland haben heutige Namen nichts mehr mit den alten Bezeichnungen gemein.

 

Alte deutsche Landkarten sind bis zu einem Maßstab von 1:25.000 sind problemlos z.B. beim Bundesamt für Kartographie und Geodäsie zu bestellen. Im Maßstab 1:100.000 sind diese im online einzusehen.

 

Die Ortsnamenänderungen (meist um 1938) wirken sich heute oft nachteilig aus, da die meisten Landkarten die neueren Namen enthalten, während in den anderen Unterlagen die älteren Schreibweisen vorkommen. Eine gute Übersicht über die älteren Namen bietet eine US-amerikanische Seite, weiter Sammlungen sind beim Kartenmeister und beim Verein für Computergenealogie zu finden zu finden. Bei tiefer gehenden Forschungen empfiehlt es sich, die dortigen Daten in MS-Excel zu übertragen, um sie dann sortieren und komplex durchsuchen zu können.

 

Historische Karten finden sich meist in den Berliner Archiven und Bibliotheken. Eine hervorragende Quelle ist die um 1802 erstellte Schroetter Karte (1:160.000), die ALLE Ortschaften Ost- und Westpreussens sowie angrenzender Gebiete nennt. Diese ist über den Franz Steiner Verlag, Stuttgart für 54 Euro zu beziehen. Interessanter ist die detailgetreuere Version (1:50.000), die auch andere Varianten der Ortsnamen und Angaben zur Anzahl der Haushalte macht.

 

Internet

Das Internet bietet eine unübersehbare Vielfalt an familiengeschichtlich relevanten Seiten und Daten. Die Eingabe eines gesuchten Nachnamens in einer Suchmaschine bringt in fast jedem Fall ein Ergebnis. Aber nicht alle Dienste im Internet kann man so durchsuchen. Die wichtigste Quelle im Internet ist momentan die Seite der LDS-Kirche. Diese in englischer Sprache gehaltene Seite ist eine Sammlung von personenbezogenen Daten, die Privatpersonen und Organisationen auf der ganzen Welt zusammengetragen haben. Ebenso sind eine unglaubliche Menge an Kirchenbüchern verfilmt worden. Die Herkunft und Zeiträume dieser Unterlagen sind online recherchierbar.

 

Daneben sind im Internet viele weitere, auch online durchsuchbare Archive zu finden, so z.B. das der Kriegsgräberführsorge, des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen und des Vereins für Computergenealogie sowie ein privates Archiv zur Sammlung von Gefallenenlisten.

 

Das Internet ist als reine Sekundärquelle zu sehen. Obwohl heute durchaus üblich, halte ich Quellenangaben in Form einer Internet-Adresse für nicht sinnvoll, im Wesentlichen deshalb, weil Seiten und Inhalte über längere Zeiträume Veränderungen unterliegen oder gar vollständig entfernt sein können. Auch hier gilt, dass man Daten an den Primärquellen überprüfen und/oder auf den Seitenbetreiber für Hintergrundinformationen zugehen sollte.

 

Wichtig ist, dass die personenbezogenen Daten der LDS-Seite keinen Anspruch auf Richtigkeit haben. Häufigste Probleme sind die falsche Schreibweise von Ortsnamen und die falsche Zuordnung von Orten zu Regionen. Sind Ortschaften mit „Of“ gekennzeichnet, bedeutet das idR., dass man den Eintrag in der Ortschaft vermutet, aber nicht dort gefunden hat. Die LDS-Seite kann die klassische Stammbaumerstellung auf keinen Fall ersetzen. Bei unklaren Stellen im Stammbaum oder toten Punkten hilft sie aber oft weiter, Informationen über die Verbreitung bestimmter Namen zu erhalten.

 

Digitalisierung von Kirchenbüchern

Seit kurzer Zeit werden von verschiedenen Staaten und Organisationen Kirchenbücher im Original ins Internet gestellt. Die als Graphiken einzusehenden Unterlagen sind kostenlos, z.T. aber erst nach kurzer Anmeldung, zugänglich.

        

         Deutschland:

Kirchenbuchportal: Im Aufbau befindlich; kostenpflichtige Seite

LDS-Kirche: Viele Kirchenbuchduplikate (1792 - 1874) der Provinzen Posen und Brandenburg

         Lettland:

                    Raduraksti: Ev.-Luth. Kirchenbücher, Daten werden ständig ergänzt

         Estland:

                    Saaga: Umfangreiche Sammlung an Kirchenbüchern und verwandten Materialien

 

 

 

Copyright © 2008 Patrick Plew

alle Rechte vorbehalten